bergedorf Hamburger Sternwarte in Bergedorf
Ein Schritt in Richtung Weltkulturerbe ?
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Vom 14. bis 17.10.2008 fand in Bergedorf ein internationales Symposium statt - in Zusammenarbeit mit dem deutschen Nationalkomitee von ICOMOS.

Es ging um nichts Geringeres als eine mögliche Bewerbung um die Aufnahme der Hamburger Sternwarte ins Weltkulturerbe.

ICOMOS (International Council on Monuments and Sites) ist eine Unterorganisation der UNESCO, die sich für Schutz und Pflege von Denkmälern und die Bewahrung des historischen Kulturerbes stark macht und die UNESCO zu Fragen des Weltkulturerbes berät. Die 1965 gegründete Organisation ist somit der internationale Rat für Denkmalpflege.


Die Idee oder Hoffnung, die Hamburger Sternwarte in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eintragen zu lassen, wurde im Mai 2007 geboren.
Beim Wirtschaftsforum der Bergedorfer Zeitung, ging es damals in der Bibliothek der Sternwarte unter anderem darum, ob Kulturdenkmäler im Wettbewerb mit der modernen Architektur bestehen können. Die Veranstaltung begann um 19:30, um 19:32 ergriff Herr Prof. Dr. Kiesow (Vorstandsvorsitzender Deutsche Stiftung Denkmalschutz) das Wort und sagte, Hamburg und die Hamburger müssten sich bewusst werden, welcher kulturhistorische Schatz hier schlummern würde. Die Sternwarte auf dem Gojenberg in Hamburg Bergedorf gehöre seiner Meinung nach unbedingt ins Weltkulturerbe.

Wie auch bei der ICOMOS-Tagung noch einmal erörtert wurde, liegt das bei weitem nicht nur an den alten und gut erhaltenen Teleskopen und Gebäuden. Mindestens genau so wertvoll ist die Geschichte der Sternwarte, die noch vor 40 Jahren eine der bedeutendsten Sternwarten Europas, wenn nicht gar weltweit war.

Die für die Astronomie teilweise wegweisenden Fortschritte, Erfindungen und Entdeckungen, die hier gemacht wurden, fallen ebenso ins Gewicht wie die Persönlichkeiten, die mit der Sternwarte in Bergedorf in Zusammenhang gebracht werden können: Walter Baade, einer der herausragenden Astronomen seiner Zeit, Bernhard Schmidt, ein begnadeter Optiker und Techniker, Otto Heckmann als erster Generaldirektor der ESO, aber auch Reinhard Schorr, um nur einige zu nennen.
 

  Nun ist aber dieser Schritt ins Weltkulturerbe kein kleiner und einfacher, denn die UNESCO ist bei der Vergabe dieses "Titels" recht wählerisch geworden. Und das nicht ohne Grund: Die Liste der Kulturdenkmäler ist sehr "Europa-lastig". Von momentan knapp 700 Stätten liegen ca 50 Prozent in Europa, in Deutschland sind es mit zur Zeit 32 Kulturdenkmälern fast 5 Prozent.

Das liegt natürlich keinesfalls daran, dass es hier tatsächlich so viel mehr Kulturdenkmäler geben würde sondern vielmehr an fehlendem Interesse mancher Länder, oft auch aus politischen Gründen, sowie an den finanziellen Mitteln. Denn die für den Antrag benötigten Gutachten schlagen bei den Antragstellern mit mehreren 100.000 Euro zu Buche.

Dieses starke Gewicht auf Europa muss aber kein Ausschlusskriterium sein.
UNESCO und ICOMOS haben sich nur für die Zukunft zum Ziel genommen, nach Möglichkeit Lücken in der Liste zu schließen, einerseits geographisch, andererseits aber auch thematisch.
Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn es in der UNESCO-Liste bereits viele wissenschafts-historische Stätten oder gar ein oder mehrere Sternwarten geben würde, wäre eine Bewerbung fast aussichtslos.

Da das aber nicht der Fall ist, würde die Hamburger Sternwarte zumindest thematisch schon in das UNESCO-Konzept passen. Und um dem zweiten Punkt zu begegnen, suchte man in Bergedorf nach internationalen Partnern für eine gemeinsame Bewerbung mehrerer historischer Sternwarten.

  Zu diesem Zweck wurde das internationale Symposium organisiert. Ein Höhepunkt war eine von der Bergedorfer Zeitung organisierte Podiumsdiskussion mit hochkarätigen Gästen, moderiert von Ulf-Peter Busse (BZ):

• Frau Prof. Dr. Auwetter-Kurtz, Präsidentin der Universität Hamburg

• Frau Liebeskind, Deutsche Stiftung Denkmalschutz

• Frau Prof. Dr. von Welck, Senatorin für Kultur, Sport und Medien

• Herr Prof. Dr. Petzet, Präsident ICOMOS Deutschland

Unsere Videos zeigen Ausschnitte der Gesprächsrunde sowie einige Interviews.

Mit Abschluss des Symposium stand fest, dass die Hamburger Sternwarte tatsächlich weiter in Richtung Weltkulturerbe-Antrag arbeiten wird - zusammen mit den Sternwarten von Nizza, Frankreich sowie La Plata, Argentinien.

Hier geht es zu einer ausführlichen Bergedorf-TV - Reportage ...

Die Hamburger Sternwarte



Und hier zu einer externen Seite mit Hinweisen, wie Sie die Hamburger Sternwarte besuchen können:

www.sternwarte-hamburg.info
 


 

Reportage zur Sternwarte und den möglichen Antrag zur Aufnahme ins Weltkulturerbe:

Kamera, Schnitt/Ton: Mike Hoffmann
Fotos: Mike Weil
Text: Mike Weil
Interviews: Mike Weil


       
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