bergedorf Mais-Anbau ohne Genmanipulation in Bergedorf Home / Startseite
  Bergedorf-TV - Reportagen - Mais-Anbau
 
Video
  Bergedorf und die Vier und Marschlande sollen weiterhin Gentechnikfreie Zone bleiben.

Unter dem Motto "Zukunft säen" fand in der Demeter Gärtnerei Sannmann eine Frühjahrsführung mit einer Bantam-Mais-Pflanzaktion statt.


Das Thema Gentechnik ist noch lange nicht vom Tisch, auch wenn Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner die Maissorte MON810 letzte Woche für den Anbau in Deutschland verboten hat. Die Zulassung anderer gentechnisch veränderter Mais- und Gemüsesorten wurde bereits von Konzernen wie Monsanto beantragt.
Monsanto ist eine der größten Gentechnikfirmen Weltweit und hält zur Zeit knapp 90 % des Weltweiten Handels von Gentechnikveränderten Saatgut.


Um die Verbraucher weiterhin über das Thema Gentechnik sachlich und fachlich zu informieren und ihnen die Möglichkeit zum Handeln zu bieten, startete die Demeter Gärtnerei Sannmann auch dieses Jahr eine Bantam-Mais - Aktion. Um 14.00 Uhr begann die Frühjahrsführung durch den Demeter Gemüseanbau. Anschließend konnten die Gäste unter dem Motto "Zukunft säen" gemeinsam mit den Gärtnermeistern Thomas Sannmann und Markus Walkusch-Eylandt ein lebendiges Zeichen setzen für gentechnikfreie Lebensmittel und Saaten sowie deren Kennzeichnung.

"Als Zeichen werden wir den samenfesten Zuckermais der alten Sorte Bantam gemeinsam säen und pflanzen", erklärte Gärtnermeister Sannmann.
 
  Kinder konnten selbst Töpfe mit süßem Zuckermais besäen, die Gärtner gaben Tipps für den erfolgreichen Anbau. Im Freiland pflanzten die Gäste gemeinsam mit den Fachleuten ein Feld mit Bantam-Mais an. Nach getaner Arbeit konnten sich die "Bantam-Pflanzer" auf einer großen Tafel eintragen und damit dokumentieren, dass sie als Verbraucher keine gentechnisch veränderten Nahrungspflanzen wollen.

Im Herbst sind dann alle Teilnehmer eingeladen, den reifen Zucker-Mais von diesem Feld auf dem Hoffest der Gärtnerei Sannmann zu pflücken, zu verspeisen oder die reifen Maiskolben als gentechnikfreies Saatgut für nächstes Jahr zu trocknen.
(Vorraussichtlich am 6. September 2009)

"Saatgut ist Kulturgut und sollte jederzeit für alle ohne Patentbelegung frei verfügbar sein", sagt Thomas Sannmann. Ihn bewegen in der Gentechnikdebatte auch ethische Fragen, ob Lebensmittel überhaupt Spekulationsobjekte von Konzernen sein dürfen, oder einfach Grundrechte sind ? ... "Wir lassen uns von multinationalen Konzernen nicht vorschreiben, was wir auf unseren Hamburger Äckern anbauen und wie wir unsere Heimat gestalten sollen", sagt der Gärtner und Mitbegründer der "Initiative für eine gentechnikfreie Metropolregion Hamburg" entschieden.

 
Doch was ist eigentlich Gentechnik ?

Gentechnik arbeitet mit der Vorstellung isolierter Gene, denen man eine bestimmte Eigenschaft zuschreiben kann. Die Regulierung und Funktion der Gene ist jedoch viel komplexer als in der Vergangenheit angenommen. Die Wirkung eines Gens ist oft nur schwer vorhersehbar. Und da die Gentechnik eine sehr junge Wissenschaft ist, können keinerlei Langzeitstudien vorgelegt werden.
Das "Experiment" Gentechnik wird aber dennoch Weltweit durchgeführt.

Und dabei bezieht sich das nicht nur auf den Bauern der freiwillig Gentechnikpflanzen einsetzt. Denn Wind und Bienen tragen Pollen kilometerweit. Die Pollen übertragen die veränderten Gene auf herkömmliche Pflanzen. Dadurch wird auch deren genetischer Code verändert, und somit die gentechnikfreie Landwirtschaft gefährdet. Wenn nur 0,3 % des Mais - Saatguts verunreinigt ist, würden 300 Gentechnik - Pflanzen pro Hektar wachsen. Und das wäre erst der Anfang (Schneeballsystem).

Weitere Infos unter www.sannmann.com & www.hamburg-gentechnikfrei.de.


 

Reportage Bantam-Mais-Aktion:

Kamera: Mike Hoffmann
Schnitt/Ton: Mike Hoffmann
Text: Mike Hoffmann


       
  Startseite
    Impressum / Kontakt
      Berichte, Reportagen